Aufruf des Sprechers zur Aktionswoche 2026

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Aufruf des Sprechers zur Aktionswoche Schuldnerberatung 2026

„Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P‑Konto zum Problemkonto wird“

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleg*innen in der Schuldnerberatung,

vom 15. – 19. Juni 2026 findet die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung unter dem Motto „Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P‑Konto zum Problemkonto wird“ statt. Die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) ruft alle Fachkräfte, Institutionen und Engagierte in der Schuldnerberatung auf, sich aktiv an der Aktionswoche zu beteiligen.

In Deutschland kommt es monatlich zu mehreren hunderttausend Kontopfändungen. Viele der betroffenen Menschen sind auf ein Pfändungsschutzkonto angewiesen, um ihr Existenzminimum zu sichern. Das P‑Konto soll gewährleisten, dass trotz Pfändung Geld für Miete, Energieversorgung, Lebensmittel oder Medikamente verfügbar bleibt. Doch in der Praxis erleben Ratsuchende immer wieder etwas anderes: Konten werden verspätet umgewandelt, Freibeträge nicht rechtzeitig berücksichtigt, Guthaben blockiert oder zusätzliche Hürden aufgebaut. Die Frage „Wie komme ich an mein Geld?“ beschäftigt Beratungsstellen nahezu täglich.

Gerade Menschen in akuten finanziellen Notlagen brauchen schnelle, unbürokratische und verlässliche Unterstützung. Die Realität ist jedoch oftmals geprägt von unklaren Zuständigkeiten, fehlenden Informationen und einer Rechtslage, die an entscheidenden Stellen unpräzise bleibt. Wenn Pfändungsschutz erst durch verschiedene Instanzen durchgesetzt werden muss, vergehen nicht selten Wochen oder Monate – mit gravierenden Folgen für die Existenzsicherung der Betroffenen.

Mit der Aktionswoche 2026 machen wir auf diese Probleme aufmerksam und fordern einen wirksamen Schutz des P‑Kontos als soziales Sicherungsinstrument, klare und verbindliche Standards für Banken, barrierefreie und geschulte Ansprechstellen sowie konsequente
Sanktionen bei Verstößen. Zugleich muss der Zugang zum Basiskonto tatsächlich gewährleistet und bestehende Hürden abgebaut werden. Ein Girokonto ist ein elementarer Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe.

Nicht zuletzt braucht es einen bedarfsgerechten Ausbau der Schuldnerberatung, eine verlässliche Finanzierung sowie einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung für alle Menschen, die in finanzielle Not geraten.

Die Aktionswoche bietet die Gelegenheit, diese Forderungen öffentlichkeitswirksam zu platzieren, Erfahrungen aus der Beratung sichtbar zu machen und den politischen Diskurs zu stärken. Nutzen Sie die Aktionswoche, um eigene Aktionen, Veranstaltungen, Beratungsangebote, Pressearbeit oder Social‑Media‑Aktivitäten durchzuführen und auf die zentrale Bedeutung eines funktionierenden Kontopfändungsschutzes hinzuweisen.
Auf der Seite www.aktionswoche-schuldnerberatung.de finden Sie das Forderungspapier sowie weitere Informationen zur Aktionswoche.

Lassen Sie uns gemeinsam ein starkes Zeichen setzen für den Zugang zum eigenen Geld, für effektiven Pfändungsschutz und für eine Schuldnerberatung, die ihrem Auftrag gerecht werden kann.

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen und bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung!

Aachen im Mai 2026
Roman Schlag, Sprecher der AG SBV
Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV)
Kontakt: Roman Schlag, Caritasverband für das Bistum Aachen e. V., Kapitelstr. 3, 52066 Aachen, Tel.: 0241/431-133, Fax: 0241/431-2984, E-Mail: rschlag@caritas-ac.de