Immer wieder drehen Strom- und Gasversorger an der Preisschraube. Da liegt der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter nahe. Der Anbieterwechsel ist in der Regel einfach: Sie brauchen sich nur einen neuen Versorger zu suchen und mit diesem einen Vertrag abzuschließen. Alles Weitere erledigt er für Sie.
Gasflamme Jeder Verbraucher kann seinen Strom- und/oder Gaslieferanten frei wählen, egal ob man in eine neue Wohnung zieht oder seinen bestehenden Liefervertrag wechseln will. Mieter einer Wohnung mit Gasheizung haben oft keinen eigenen Gasliefervertrag; sie sind in solchen Fällen auf ihren Vermieter angewiesen.

Die Verbraucherzentrale stellt allen Mietern, die in einem Haus mit Gaszentralheizung wohnen, einen Musterbrief zur Verfügung. Mit diesem können sie ihren Vermieter bzw. ihre Hausverwaltung auffordern, möglichst schnell den Gasversorger zu wechseln.

 

Von welchen Anbietern können Sie Strom oder Gas beziehen?

Wer den (geringen) Prüf- und Arbeitsaufwand bei einem Wechsel des Anbieters nicht scheut, kann mit einem einfachen Anruf bei seinem örtlichen Versorger einen preisgünstigeren Tarif fordern und Geld sparen. Mit dem Wechsel von der Grundversorgung in einen Sondervertrag ergeben sich allerdings neben Preisvorteilen in der Regel auch Vertragsänderungen, wie etwa neue Mindestlaufzeiten und längere Kündigungsfristen.

So funktioniert der Wechsel

Schriftzug Tarifwechsel

Wer einen neuen Versorger geprüft und ausgewählt hat, schickt das ausgefüllte und unterschriebene Vertragsformular samt Vollmacht zur Kündigung des Altvertrages an den neuen Stromanbieter zurück. Alle weiteren Schritte erläutern wir hier.

Angebote und Preise vergleichen

Slogan "Strom- und Gasanbieter im Vergleich"Strom- und Gaspreise setzen sich aus verschiedenen Bestandteilen, wie Steuern und Abgaben, Kosten für Erzeugung und Bezug sowie fürs Netz, Messen und Inkasso – und natürlich dem Gewinn des Unternehmens zusammen.

 

Neuer Vertrag

Neue Regeln für VerbraucherdarlehenJe kürzer die Vertragsbindung, umso flexibler ist der Stromkunde. Empfehlenswert sind Vertragslaufzeiten von nicht mehr als einem Jahr, damit man relativ schnell auf aktuelle Preisentwicklungen reagieren und eventuell zu einem neuen Anbieter wechseln kann. Die Kündigungsfrist sollte nicht mehr als einen Monat betragen. Für den Fall, dass Strom- und/oder Gaspreis steigen, muss der neue Versorger ein Sonderkündigungsrecht einräumen.

 

 

 

Was geschieht bei Insolvenz des Energieversorgers?

Aktenordner "Insolvenz" Wenn ein Strom- oder Gasversorger beim Amtsgericht einen Insolvenzantrag stellt, entscheidet der Insolvenzverwalter, ob und unter welchen Bedingungen die Geschäfte weitergeführt werden. Sobald Sie erfahren, dass das insolvente Unternehmen die Versorgung einstellt, sollten Sie eine etwaige Einzugsermächtigung widerrufen, um doppelte Zahlungen zu vermeiden. Strom und Gas fließen nämlich weiter, denn der örtliche Grundversorger übernimmt in diesem Fall bis zu drei Monate die Belieferung der betroffenen Kunden in der Ersatzversorgung und anschließend in der Grundversorgung. Aus der Ersatz- bzw. Grundversorgung können Sie aber schnell und problemlos zu anderen Angeboten bzw. Anbietern wechseln.

 

Was ist bei einem Umzug zu tun?

Umzug: Junges Paar lädt Möbel in Transporter Wenn Sie einen Umzug planen, denken Sie rechtzeitig – das heißt mindestens zwei Monate vor dem Umzugstermin – an den Abschluss eines neuen Strom- bzw. Gasliefervertrags für die neue Wohnung. Denn wenn Sie bisher keinen Sondervertrag abgeschlossen haben, kommt mit dem Verbrauch der ersten Kilowattstunde in der neuen Wohnung ein Grundversorgungsvertrag mit dem örtlichen Grundversorger zu Allgemeinen Preisen zustande. Diese liegen höher als die Tarife bei Sonderverträgen.

 

 

Wenn der Anbieterwechsel nicht reibungslos funktioniert

Lupe mit Schriftzug AGB 

Der Wechsel darf nicht länger als drei Wochen dauern. So steht es im Energiewirtschaftsgesetz (§ 20a EnWG). Die Frist beginnt mit Anmeldung des Kunden beim Netzbetreiber. Der Anbieterwechsel kann daher etwas länger dauern. Das sollte Sie aber nicht von einem etwaigen Umstieg abhalten.

 

Widerruf eines Vertrags

Ein Vertrag wird unterschrieben Foto: istockphoto/agencybyHäufig schließen Sie einen Energieliefervertrag im Fernabsatz, also schriftlich oder über das Internet ab. Bei Fernabsatzverträgen, die ab dem 13. Juni 2014 geschlossen werden, hat der Kunde ein gesetzliches Widerrufsrecht. Innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschluss kann er den Vertrag widerrufen.

 

 

 

Checkliste für den Anbieterwechsel

Alle für einen Wechsel des Energieversorgers wichtigen Schritte haben wir in einer Checkliste zusammengefasst.

 

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Logo_NRW_600_dpi_vertikalAutor: Verbraucherzentrale NRW