buntenbachStatement zur „Aktionswoche der Schuldnerberatung“
„Recht auf Schuldnerberatung“

Niedrige Einkommen, steigende Mieten und prekäre Arbeit, dies ist für viele Menschen Realität. Wenn dann noch unvorhergesehene Ereignisse hinzukommen, ist der Weg in die Verschuldung nicht weit. Schulden sind nicht allein ein privates Problem der Betroffenen. Sie engen den Handlungsspielraum ein. Schulden können Menschen „lähmen“, die dann keinen Ausweg mehr sehen, deswegen unterbleiben Initiativen und Lösungen. Diese Ausweglosigkeit kann zu schweren persönlichen Krisen führen und so die Situation weiter verschlechtern. Die Schuldnerberatung ist deswegen keineswegs irgendein “Sozialklimbim”, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Vor allem wenn Kinder vorhanden sind, die unter der Situation leiden, ist öffentliches Handeln gefordert. Die Schuldnerberatung ist dabei der erste Schritt.

Auch auf dem Arbeitsmarkt ist Verschuldung ein Hindernis. Viele Arbeitgeber wollen sich nicht mit den privaten Problemen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herumärgern. Deswegen ist Schuldnerberatung mit Einführung der Grundsicherung Hartz IV ein Bestandteil des Hilfeprogramms. Doch leider ist die Umsetzung mangelhaft, es gibt keinen Rechtsanspruch und ob und welche Angebote es vor Ort gibt, ist oft von der finanziellen Lage der Kommune abhängig. Der DGB fordert schon lseit längerem, dass es für die notwendigen begleitenden Hilfen, zu der auch die Schuldnerberatung gehört, einen Rechtsanspruch geben muss. Dazu muss die Schuldnerberatung flächendeckend und bedarfsdeckend ausgebaut werden. Die begleitenden Hilfen sind oft eine notwendige Voraussetzung für die Integration, wenn hier gespart wird, verlängert sich die Arbeitslosigkeit. Die persönlichen und finanziellen Kosten, die dadurch entstehen, sind auf jeden Fall höher. Schuldnerberatung wirkt nachhaltig und zahlt sich längerfristig für alle aus.

Annelie Buntenbach
DGB-Vorstandsmitglied