Unzureichende Beratung bei der Bereitstellung von Krediten ersparen den Banken Kosten und erhöhen dadurch ihre Gewinne. Genau genommen wälzen damit Geldinstitute Kosten einerseits auf die Kreditnehmer ab, die sich durch Inanspruchnahme von Krediten ohne gründliche Beratung also –mit verschuldet durch die Kreditberatung- in Richtung Schuldenfalle bewegen.

Andererseits werden die Kosten für die Abwicklung der Folgen schlechter Beratung auch der Allgemeinheit, dem Gemeinwohl aufgebürdet, sofern sich die Kreditinstitute nicht an der Finanzierung der Schuldnerberatung angemessen beteiligen, sondern erwarten, dass dies die Wohlfahrtsverbände, die Kirchen, die Kommunen etc. bezahlen. Es handelt sich dabei also um einen klassischen Fall der Externalisierung von Kosten. Das ist aus ethischer Perspektive nicht zu rechtfertigen und widerspricht sozialer Nachhaltigkeit.

Prof. Dr. Johannes Hoffmann
Ethisch-Ökologisches Rating (Goethe Universität Frankfurt)

admin am 23. April 2011 | Kategorie