In Deutschland ist fast jeder zehnte Haushalt von Überschuldung betroffen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Arbeitslosigkeit, gescheiterte Selbstständigkeit, Scheidung oder auch der von den Finanzmärkten fahrlässig forcierte „Konsum auf Pump“. Hinzu kommt, dass auch viele Jugendliche über keine geeignete Finanzkompetenz verfügen.

Überschuldete Menschen dürfen in ihrer Situation nicht stigmatisiert und allein gelassen werden!

In meiner Heimatstadt Dortmund gelten rund 65 000 Menschen als überschuldet. Die Quote überschuldeter Personen liegt in Dortmund mit 13,39 Prozent somit deutlich über dem Bundesdurchschnitt. In der Nordstadt ist sogar fast jeder dritte überschuldet.

Vier gemeinnützige Verbände und Vereine sowie die Verbraucherzentrale beraten und begleiten diese Menschen. Aus Dortmund weiß ich, dass der Bedarf an Beratung kaum gedeckt werden kann.

Überschuldete Menschen stehen unter starkem psychischem und emotionalen Druck. Diese Situation machen sich viele unseriöse Schuldenregulierer zunutze. Damit solche vermeintlichen Schuldenregulierer keine Chance haben, müssen Beratungsstellen gestärkt und ausgebaut werden. Außerdem ist es notwendig die Anzahl der Schuldnerberater zu erhöhen.

Prävention ist auch hier von zentraler Bedeutung: Bereits Kinder und Jugendliche benötigen eine Stärkung ihrer Finanzkompetenz. Entsprechend sollten auch die Lehrpläne in Schulen Finanzkompetenz mit in ihren Lehrplan aufnehmen.

Ich unterstütze auch in diesem Jahr die Aktionswoche der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung, dieses Jahr mit dem Thema „Finanzierung von Schuldnerberatung“. Auch wenn  die finanzielle Situation der Kommunen schwierig ist, muss eine nachhaltige Finanzplanung meines Erachtens die Stärkung der Schuldnerberatung zum Ziel haben. Ein fehlendes Angebot führt schließlich zu Mehrausgaben bei den Kommunen, etwa bei den Kosten der Unterkunft, bei der Hilfe zur Pflege, der Hilfe zur Gesundheit oder der Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten.

Markus Kurth MdB
Bündnis 90 / Die Grünen

admin am 23. April 2011 | Kategorie