Die Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt e.V. beraten und unterstützen die Ratsuchenden kostenfrei.

Die Finanzierung für Mitarbeiter und die Ausstattung und der Betrieb der Beratungsstellen werden aus Mitteln der Länder bestritten. Hierbei kommen, je nach Bundesland, verschiedene Finanzierungsmodelle zur Anwendung. Letztlich werden hierfür jedoch öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt.

Aus Sicht der AWO sollte dies auch künftig so bleiben. Würde man dazu übergehen, die Ratsuchenden (eventuell noch gestaffelt nach deren jeweiligem Einkommen) für die Tätigkeit der Schuldnerberatungsstelle zur Kasse zu bitten, hätte dies ungewollte und kontraproduktive Folgen auf mehreren Ebenen:

- Personen, die wegen finanzieller Schwierigkeiten Hilfe benötigen, würden noch tiefer in die problematische Situation gedrängt.

- Mittellose Ratsuchende könnten sich eine Beratung nicht leisten und würden deswegen erst gar keine Beratungsstelle aufsuchen, dadurch bestünde die Gefahr, dass sich deren Lage noch verschlimmert, bis hin zu Kontokündigung, Stromsperre, Wohnungsverlust etc.

- Das Signal an die Politik ist falsch: es entstünde der Eindruck, dass Sozialarbeit und Beratung nicht mehr öffentlich finanziert werden müsste.

- Es würde auch der Eindruck vermittelt werden, dass Sozialarbeit und Hilfe für in Not geratene Personen privat geregelt werden könnte und nicht mehr durch die Solidargemeinschaft getragen werden müsste.

Deswegen sollte die Finanzierung von Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen auskömmlich und dauerhaft durch öffentliche Mittel sichergestellt werden.

Hilfe und Beratung für in Not geratene Menschen kann nur authentisch, effektiv und motiviert erfolgen, wenn die Existenz der Helfer nicht wirtschaftlich mit der Beratungstätigkeit verknüpft ist.

Arbeiterwohlfahrt (AWO Bundesverband e.V.)
Berlin, April 2011

admin am 23. April 2011 | Kategorie