In der aktuellen Krisensituation der zunehmenden Staatsverschuldung muss ein noch größeres Augenmerk auf die daraus resultierenden Gefährdungen für finanzschwache Menschen und Niedrigeinkommensbezieher gelegt werden. Es zeichnet sich bereits am Horizont ab, dass mit direkten oder indirekten Steuererhöhungen und einer Reduzierung der Sozialausgaben wieder einmal der Staatshaushalt subventioniert werden wird. Wenn die Belastungen für arme Menschen zunehmen, dann steigt erfahrungsgemäß die Gefahr von Geschäften mit der Armut. Gegen diese Gefahr müssen deutliche Signale gesetzt werden: Aufklärungskampagnen sind das eine, Regulierungen und Strafverfolgungen das andere probate Mittel, um einer solchen Entwicklung Einhalt zu gebieten. Es fehlt aber
auch an seriöser Forschung und soliden Daten zu den Geschäften mit der Armut. Hier ist das Bundesministerium für Familien in der Pflicht, Forschungsprojekte zu finanzieren, aus denen das Ausmaß der Geschäfte mit der Armut hervorgeht und adäquate und zielgruppengerechte Präventionsmaßnahmen initiiert werden können. Die Aktionswoche der Arbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatung der Verbände liefert hoffentlich die wichtige Initialzündung für eine stärkeres und verbessertes Engagement der Regierung für diese Problematik.

Dr. Dieter Korczak
Geschäftsführer GP Forschungsgruppe
Institut für Grundlagen- und Programmforschung

admin am 26. Mai 2010 | Kategorie Allgemein