Die Geschäfte mit der Armut sind nach der Subprime- und Griechenland-Krise allen geläufig: wer Rückzahlungsschwierigkeiten hat, zahlt doppelt. Rating-Agenturen im Großen, Schufa-Scoring im Kleinen. Überschuldung ist damit zu einem eigendynamischen Prozess geworden, den nur der Staat anhalten kann. Mit dem P-Konto gibt es eine erste Grenze, die Halbierung der Insolvenzperiode für die Betroffenen ist ein zweiter Schritt. Was fehlt ist eine effektive Wucherbremse, die die Umleitung von Zinsen in Provisionen verhindert. Die Krise hat gezeigt, dass wer dem Schuldner hilft, die Stabilität des Geldsystems damit befördert.

Prof. Dr. Udo Reifner, Direktor des instituts für finanzdienstleistungen e.V. (iff)

admin am 03. Juni 2010 | Kategorie Allgemein