Gerd Billen, VZ Bundesverband
Es gibt auf dem Markt viele Kreditvermittler, die den Menschen nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Sie lassen sich vermeintliche Auslagen teuer erstatten, ohne tatsächlich einen Kredit vermittelt zu haben. Das ist umso dramatischer, als sich die Betroffenen ohnehin bereits in einer finanziellen Notlage befinden. Eine Studie der SCHUFA stellte 2007 fest, dass jährlich fast 400.000 Verbraucher Opfer eines Kreditvermittlungsbetrugs werden. Bei einer durchschnittlichen Schadenssumme von 380 Euro je Betroffenen entsteht so jährlich ein volkswirtschaftlicher Schaden von 150 Millionen Euro. Das Problem ist also seit Jahren bekannt, doch es passiert nichts. Dabei wäre es so einfach, den Armutsprofiteuren das Handwerk zu legen: Nur wer tatsächlich einen Kredit vermittelt hat, sollte von seinen Kunden Zahlungen verlangen können. Hier braucht es eine Klarstellung im Bürgerlichen Gesetzbuch. Die Bundesjustizministerin sollte das europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung wörtlich nehmen und endlich handeln.
Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes
admin am 22. Juni 2010 | Kategorie Allgemein